Düngung von Obst­ge­höl­zen

Ziel der Düngung ist eine ausge­wo­gene Ernäh­rung.

Nur mit gut ernähr­ten Bäumen lassen sich gute Frucht­qua­li­tä­ten und regel­mä­ßige Erträge erzie­len. Gut ernährte Bäume sind wider­stands­fä­hi­ger und weni­ger anfäl­lig für Stress.

Fehler bei der Düngung führen aber zu Störun­gen im gesam­ten Ökosys­tem und lassen sich nur schwer wieder behe­ben. Deshalb ist es wich­tig hier über­legt vorzu­ge­hen. Die Bedeu­tung bedarfs­ori­en­tier­ter Düngung zeigt sich darin, dass sowohl Unter- als auch Über­ver­sor­gung zu Proble­men führt.

Über­ver­sor­gung

Nähstoff

Unter­ver­sor­gung

schlecht 

halt­bar, wüch­sig, anfäl­lig

Stick­stoff

kleine
  Früchte, gerin­ger Ertrag

 

Phos­phor

Blüten­qual­tät
  und Halt­bar­keit schlecht

Stippe

Kalium

Kleine
  Früchte, säure­arm, schlecht halt­bar

Stippe

Magne­sium

Gelbe
  Blät­ter, Blatt­fall, zucker­arme Früchte

 

Calcium

Stippe,
  weiche Früchte

Blatt­rand­ne­kro­sen

Bor

Blüten­qua­li­tät

Düngung von neu gepflanz­ten Obst­bäu­men und Beeren­sträu­chern

 

Wenn man den Erdaus­hub eines möglichst geräu­mi­gen Pflanz­lo­ches mit verrot­te­tem

Stall­mist, Kompost oder Pflan­zerde gut vermischt über die Wurzeln füllt, wird ein Teil des Nähr­stoff­be­darfs aus diesen orga­ni­schen Quel­len gelie­fert. In den ersten 3 bis 4 Jahren wird die Pflanz­stelle (Baum­scheibe mit etwa 60 cm Durch­mes­ser) jähr­lich mit etwa 10 g Blau­korn oder 15 g Horno­ska bestreut. Bester Zeit­punkt für diese Düngung ist Anfang April.

Zur Unter­drü­ckung von Unkräu­tern empfiehlt es sich, die Baum­scheibe über den Sommer mit orga­ni­schem Mate­rial zu mulchen. Es sollte kein frisches Holz­häck­sel aufge­bracht werden, da dieses bei der Verrot­tung den Stick­stoff aus dem Boden verbrau­chen, der dann den Pflan­zen fehlt. Bei Verwen­dung von reifem Kompost zur Düngung eines Obst­bau­mes oder Beeren­strau­ches reichen in den ersten Stand­jah­ren 1 bis 1,5 Liter pro Baum bzw. Strauch im Jahr. Damit ist der Phos­phor- und Kali­be­darf abge­deckt; es muss nur noch Stick­stoff ausge­bracht werden: pro Baum bzw. Strauch gibt man entwe­der 10 g Horn­mehl oder 6 g Kalk­am­mon­sal­pe­ter.

  

 

Ältere Bäume und Sträu­cher im Voll­ertrag

 

Klein­kro­nige Obst­bäume oder ‑sträu­cher stehen oft im Rasen oder in der Wiese

ohne Baum­scheibe. Da die Gräser Nähr­stoffe und Wasser entzie­hen, wären jedoch gerade hier größere Baum­schei­ben mit Mulch­ab­de­ckung im Sommer sinn­voll. Dies trifft beson­ders auf Busch­bäume von schwach­wach­sen­den Vered­lungs­un­ter­la­gen zu. Steht Kompost zur Verfü­gung, können bei Beeren­obst jähr­lich 2 Liter auf die Baum­scheibe

(Durch­mes­ser ca. 1 m) verteilt, bei Kern- und Stein­obst 4 Liter. Für den zu ergän­zen­den

Stick­stoff erge­ben sich folgende Werte:

 

Obstart

 

Düngung mit
  orga­ni­schen Düngern

 

Düngung mit
  mine­ra­li­schen Düngern

Stein­obst

(Kirsche,
  Zwetschge)

100 – 140 g
  Horn­mehl pro Baum:

Ende März bis Anfang
  April leicht

einar­bei­ten

50 – 70 g
  Kalk­am­mon­sal­pe­ter pro

Baum in 2
  Teil­ga­ben:

1. Gabe Anfang
  April und

2. Gabe Ende Mai

Kern­obst

(Apfel, Birne)

70 – 100 g Horn­mehl
  pro Baum:

Ende März bis
  Anfang April leicht

einar­bei­ten

35 – 50 g Kalk­am­mon­sal­pe­ter
  pro

Baum in 2
  Teil­ga­ben:

1. Gabe Anfang
  April und

2. Gabe Ende Mai

Beeren­sträu­cher

(Johan­nis­beere,
  Himbeere,

Brom­beere)

100 g Horn­mehl pro
  Strauch:

Ende März bis
  Anfang April leicht

einar­bei­ten

50 g
  Kalk­am­mon­sal­pe­ter pro

Strauch:

Ausbrin­gung im
  April

Wird auf Kompost­ga­ben verzich­tet, so sind kali­be­tonte mine­ra­li­sche oder orga­nisch-mine­ra­li­sche Voll­dün­ger erfor­der­lich:

 

 

Obstart

 

Düngung mit
  orga­ni­schen

Düngern

 

 

Düngung mit
  mine­ra­li­schen

Düngern

 

 

Stein­obst

(Kirsche,
  Zwetschge)

 

 

150 – 200 g
  Horno­ska pro Baum

in 2 Teil­ga­ben:

1. Gabe Anfang
  April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

100 – 130 g
  Blau­korn pro

Baum in 2
  Teil­ga­ben:

1. Gabe Anfang
  April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

Kern­obst

(Apfel, Birne)

 

 

125 g Horno­ska pro
  Baum in 2

Teil­ga­ben:

1. Gabe Ende März
  bis Anfang

April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

70 – 100 g Blau­korn
  pro

Baum in 2
  Teil­ga­ben:

1. Gabe Ende März
  bis Anfang

April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

Beeren­sträu­cher

(Johan­nis­beere,
  Himbeere,

Brom­beere)

 

 

100 g Horno­ska pro
  Strauch:

Ende März bis Anfang
  April leicht

einar­bei­ten

 

 

80 g Blau­korn pro Strauch

in 2 Teil­ga­ben:

1. Gabe Ende März,
  Anfang April

2. Gabe Ende Mai

Düngung von Streu­obst­bäu­men

 

Gut gepflegte und wüch­sige groß­kro­nige Streu­obst­bäume benö­ti­gen mehr Dünger als die bei den klei­nen Baum­for­men oben ange­ge­be­nen Werte. Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, ob die Bäume jähr­lich eine gute Zuwachs­leis­tung haben. Ist dies der Fall, so wird mindes stens die fünf­fa­che der oben ange­ge­be­nen Menge unter dem ganzen Baum verteilt. Bei gerin­gem Trieb­zu­wachs kann bis zur zehn­fa­chen der oben ange­ge­be­nen Menge gestreut werden.

Dabei nehmen auch die Pflan­zen der Wiese einen Teil des Düngers in Anspruch. Wird Gras­schnitt entfernt, entzieht man der Fläche Nähr­stoffe. Dage­gen sind Laub, das bis Früh­jahr verrot­tet, und andere orga­ni­sche Substan­zen zusätz­li­che Nähr­stoff­quel­len.

 

Stan­dard­bo­den­un­ter­su­chung zur Kontrolle

 

Alle 4 Jahre ist eine Stan­dard­bo­den­probe einschließ­lich Magne­si­u­m­un­ter­su­chung sinn­voll, um die Entwick­lung der Nähr­stoff­ge­halte im Boden zu beur­tei­len. Der von den Unter­su­chungs­la­bors mitge­lie­ferte Garten­pass gibt Hinweise zur umwelt­ge­rech­ten Düngung.