Hoch­zeits­weg Bepflanzung

Auf dass der Bund fürs Leben ewig hält

 

Gagge­nau – 20 neue Kirsch­bäume zieren seit vergan­ge­nem Sams­tag den Weg entlang des Hühner­gra­bens in Bad Roten­fels. 20 Paare, die in diesem Jahr den Bund fürs Leben geschlos­sen haben, waren einge­la­den, ihren Hoch­zeits­baum zu pflan­zen. Darun­ter waren zwei Ehepaare, die anläss­lich ihres Eheju­bi­lä­ums eben­falls an diesem Tag einen Baum pflanz­ten. Ansgar und Kath­rin Dorf­ner können auf 25 Ehejahre zurück­bli­cken und Doro­thea und Gerhard Maisch auf 40 Ehejahre.

Zusätz­lich hatten zehn weitere Paare, die im vergan­ge­nen Jahr gehei­ra­tet hatten, und für die der Obst- und Garten­bau­ver­ein coro­nabe­dingt die Bäum­chen im vergan­ge­nen Jahr gepflanzt hatte, die Gele­gen­heit, an ihrem Exem­plar das Namens­schild mit dem Hoch­zeits­da­tum anzubringen.

„Sie haben sich entschie­den, als Erin­ne­rung an ihre Hoch­zeit einen Baum zu pflan­zen. Das ist ein wunder­schö­ner Akt. Damit leis­ten Sie auch einen wich­ti­gen Beitrag zum Umwelt­schutz, zum Klima­schutz und zur Land­schafts­pflege“, sagte Ober­bür­ger­meis­ter Chris­tof Florus.

Auch Jörg Schlei­fer vom Arbeits­kreis Umwelt und Natur lobte die Tradi­tion der Hoch­zeits­bäume und erin­nerte an die erste Hoch­zeits­wiese, die 2014 in Sulz­bach gegrün­det worden war. Zudem dankte er der Stadt Gagge­nau als Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin für die Bereit­stel­lung der Pflanz­flä­che am Hühner­gra­ben. Schlei­fer schloss seine Anspra­che, indem er mit stim­mungs­voll vorge­tra­ge­nen Versen das Wach­sen und Gedei­hen eines Baums mit der Ehe verglich, und wünschte den Hoch­zeits­paa­ren alles Gute für die gemein­same Zukunft.

„In frühe­ren Jahren haben Helfer vom Obst- und Garten­bau­ver­ein die Pflanz­lö­cher schon vorab gegra­ben, sodass die Hoch­zeits­paare nur noch die Bäume ins Loch stel­len und den Wurzel­bal­len mit Erde bede­cken muss­ten. Doch die Ehe ist kein Zucker­schle­cken“, betonte Jürgen Maier-Born, Vorsit­zen­der des OGV. „Auch in einer Ehe muss man sich bemü­hen, damit sie Bestand hat. Aus diesem Grund darf jedes Paar heute selbst das Loch für seinen Baum graben“, verkün­dete Maier-Born.

Mit Tipps zur opti­ma­len Tiefe und Posi­tion des zu graben­den Pflanz­lochs mach­ten sich die Paare bei leich­tem Regen ans Werk. Nach­dem die Kirsch­bäume gepflanzt waren, wurden die Schil­der mit den Namen ange­bracht. In diesem Zusam­men­hang dankte Maier-Born dem Real­schul­leh­rer Dirk Böhmer, der mit Schü­lern der sechs­ten Klas­sen­stufe und dem Einsatz einer CNC-Fräse die Schil­der beschrif­tet hatte.

„Als wir das Aufge­bot im Stan­des­amt bestell­ten, wurden wir auf die Möglich­keit ange­spro­chen, einen Hoch­zeits­baum zu pflan­zen. Die Idee hat uns gleich gut gefal­len“, sagten Michael und Janina Ruh aus Winkel. Beson­ders wich­tig war es ihnen, dass sie ihren Baum neben dem von Marcel und Vivian Wester­mann, einem befreun­de­ten und eben­falls frisch verhei­ra­te­ten Paar aus Hörden, pflan­zen konnten.

 

Von Elke Rohwer