Kräu­er­busch­bin­den beim Obst- und Gartenbauverein

Im August zeigt sich die Natur noch­mal von ihrer ganz groß­zü­gi­gen Seite. Gerade in diesem Jahr mit den zahl­rei­chen Nieder­schlä­gen gedei­hen die Kräu­ter beson­ders gut. 

Tradi­tio­nell wird zum Maria Himmel­fahrt am 15. August der Kräu­ter­busch gebun­den. Schaf­garbe, Dost, Oder­men­nig, Blut­wei­de­rich, Mäde­süß, Eisen­kraut und Gold­rute sind nur einige der Pflan­zen, die sich jetzt in Hülle und Fülle ernten lassen. Die Sonnen­blume bildet den Mittel­punkt der Kräu­ter­buschs. Nicht fehlen sollte auch der Wasser­dost, der Rain­farn, Frau­en­man­tel und die wilde Möhre. Wer das seltene Tausend­gül­den­kraut findet, kann sich beson­ders freuen. Um dem Strauß an Kräu­tern noch einen beson­de­ren Duft zu verlei­hen, kann Pfef­fer­minze und Salbei mit hinein­ge­bun­den werden.

Auch in diesem Jahr trafen sich wieder einige Frauen in Bad Roten­fels, um Kräu­ter zu sammeln und zu einem duften­den Strauß zu binden. Nur wenige Schritte waren notwen­dig um die frischen Kräu­ter zu finden und zu ernten. Barbara Gutmann konnte den teil­neh­me­nen Frauen nicht nur die Wirkungs­weise der unter­schied­li­chen Heil­kräu­ter erklä­ren, sondern auch, wie sie zu verar­bei­ten sind.

Die Tradi­tion des Kräu­ter­buschs hat einen heid­ni­schen Ursprung und sollte Unheil von Haus und Vieh fern­hal­ten. Deshalb wurde der geseg­nete Kräu­ter­busch auch früher auf den Dach­bo­den oder in den Kuhstall gehängt. Und wenn eine Kuh mal krank wurde, hat man ihr die gewei­ten Kräu­ter unter das Futter gemischt. 

 

Judith Sand­haas hat zum Kräu­ter­bü­sche auch ein klei­nes Buch geschrie­ben mit eini­gen schö­nen Bildern. Bei inter­rese ist hier die Bezeich­nung für den Kauf:

Der Bad Roten­fel­ser Kräu­ter­busch : seine 21 Bestand­teile nach der Tradi­tion der Gemeinde von St. Lauren­tius in Bad Roten­fels / Idee, Text, Layout und Bilder: Judith Sand­haas
Gagge­nau-Bad Roten­fels, 2017
978–3‑9819033–1‑7