Nahaufnahme einer zerschnittenen Kiwi

Kultur­anlei­tung Kiwi

Pflanz­zeit

Mitte April bis Ende Okto­ber.

Stand­ort

Nur bevor­zug­tes Wein­bau­klima oder geschützte Lagen mit wenig Spät­frös­ten im Früh­jahr. Im Haus­gar­ten können die Pflan­zen bei Spät­frost­ge­fahr zuge­deckt werden. Kiwi gedei­hen am besten in leicht sauren Böden (PH 5 – 6).

Pflanz­ab­stand

Weib­li­che Pflan­zen 3 – 5 m, männ­li­che Pflan­zen 1 – 2 m. Die männ­li­che Pflanze trägt keine Früchte und kann durch Schnitt schmal gehal­ten werden. Zum Pflan­zen den Topf entfer­nen, Ballen etwas aufrei­ßen, eben­erdig in gute Garten­erde einpflan­zen und angie­ßen. Es empfiehlt sich, in den ersten drei Jahren im Winter die Fußzone durch Einbin­den mit Karton, Jute oder ähnli­chem vor Kälte und Wind zu schüt­zen. Mehr­jäh­rige Pflan­zen sind weit­ge­hend winter­hart.

Düngung

Im Früh­jahr und bei Fruch­t­an­satz ca 30 g/m² Beeren­dün­ger breit vertei­len. Zu hoher Kalk­ge­halt im Boden kann zu Chlo­rose (gelbe Blät­ter) führen, dann Eisen­dün­ger geben. Braucht im Sommer genü­gend Wasser­ga­ben.

Pflan­zen­schutz

Ein Pflan­zen­schutz ist nicht notwen­dig, Kiwi werden höchst selten von Schäd­lin­gen oder Krank­hei­ten befal­len.

Erzie­hung / Schnitt

Die Pflan­zen müssen an einem stabi­len Gerüst gezo­gen werden (wich­tig bei vollem Frucht­be­hang). Dies kann folgen­der­ma­ßen erstellt werden: Pfahl­ab­stand ca. 4 m, Pfahl­länge 250 cm. Drei Drähte auf 80, 130 und 180 cm über dem Boden ziehen.

1.) Grund­sätz­lich können Kiwipflan­zen wie Reben erzo­gen und geschnit­ten werden, da die Blüten eben­falls aus den Knos­pen der jungen Triebe wach­sen. Es wird ein Haupt­trieb senk­recht bis zum obers­ten Draht gezo­gen (Schlin­gen vermei­den). Aus diesem Haupt­trieb (Stamm) wach­sende Haupt­äste in Reihen­rich­tung anbin­den. Je nach Erzie­hungs­sys­tem wählt man die Anzahl der Haupt­äste (Abb.1). An diesen Haupt­äs­ten wach­sen in den folgen­den Jahren frucht­tra­gende Jahres­triebe. Diese werden im Sommer auf 8 – 10 Blät­ter hinter den Früch­ten einge­kürzt. Im Winter werden diese Triebe dann auf 3 – 5 Augen zurück­ge­schnit­ten. Aus ihnen entwi­ckelt sich im nächs­ten Jahr Frucht­holz. Alte Zapfen werden nach 3 – 4 Jahren am Haupt­ast wegge­schnit­ten und durch Jung­triebe ersetzt.

2.) Eine weitere Möglich­keit ist die Erzie­hung eines Stam­mes (60 – 80 cm hoch). An diesem werden bis zu 4 Lang­triebe belas­sen und im Sommer an der Stelle, wo sich der Trieb rück­wärts schlingt, wegge­schnit­ten. Über­flüs­sige Triebe werden besei­tigt. Im Winter werden die alten Lang­triebe (die gefruch­tet haben) bis zum Stamm zurück­ge­schnit­ten und die neuen 4 Lang­triebe ange­bun­den. (Abb. 2)

Schnitt­zeit­punkt

Sommer­schnitt im August, Winter­schnitt im Februar.

Beson­de­res

Zur Förde­rung der Blüten­knos­pen sollte man Pflan­zen, die nach 4 – 5 Jahren noch keine Früchte tragen: mager halten, keinen Dünger geben, nur Sommer­schnitt durch­füh­ren, keinen Winter­schnitt.

Ernte

Anfang bis Mitte Novem­ber (nach dem ersten Frost), wenn die Blät­ter fallen oder gefal­len sind. Früchte werden erst im Lager weich und essreif.

Verwen­dung

Die Früchte sind reif, sobald sie weich werden (Ende Septem­ber, Okto­ber). Eignung zum Frisch­ver­zehr (kann mit Schale geges­sen werden), zu Desserts, Kalt­scha­len, Obst­ku­chen und Marme­la­den.